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Tag 30: Surreal Pacific

2023-12-13

Seattle. Die aktuelle GFHL-Saison geht in ihren dritten Monat. Völlig überraschend an der Ligaspitze: das Team des Seattle Kraken!
Es sind zwar 1-3 Spiele Vorsprung, die das Team auf die Verfolger hat. Allerdings auch satte 5 Punkte Vorsprung - zumindest in der eigenen Division.

Ein Team, das zur OffSeason noch kurz vor klinisch tot befunden wurde, mauserte sich nach dem Weggang von GM Stefan binnen weniger Wochen zu einem erfolgreichen Favoritenschreck.
Der Motor des Teams scheint indes weder stillzustehen, noch durch nur vereinzelte Kraftquellen gespeist zu werden.

Beispiel Tor: das Duo Wedgewood / Binnington galt bislang nicht als eines, mit dem man in der GFHL Bäume ausreißen könnte. Wedgewood als solider, aber ewiger Back-Up. Binnington war nach zwei zuletzt extrem schwachen Jahren eigentlich in Seattle regelrecht gestrandet. Doch plötzlich ist alles völlig verändert. Wedgewood hat zunächst erwartungsgemäß Binnington als Starter abgelöst und gehört mit 92,7% Savequote plötzlich zu den Top-Goalies der Liga. Binnington hingegen bekommt für einen Back-Up enorm viel Eiszeit (13 Einsätze in 30 Spielen) und hält trotz wenig spektakulärer Statistiken Punkte für sein Team fest. Zwischen den Pfosten überrascht der Kraken die gesamte Liga!

Beispiel Strafzeiten: während sich das überalterte Team der letzten Saison noch durch die RegSeason hakte und checkte, spielt das Team leichtfüßig, clever und bleibt von der Strafbank weg. Mit bisher nur 166 Strafminuten ist der Kraken drittfairstes Team. Wer nun aber ein körperloses Spiel erwartet, wird bitter bestraft! Aktuell 630 Hits bedeutet Platz 2 in der physischen Statistik der GFHL. Allerdings fährt das Team die Checks hart aber fair. Was bisher fast allen Gegner eine sehr unangenehme Zeit auf dem Eis bescherte.

Beispiel Penaltyschießen: eiskalt wie kein anderes Team agiert der Kraken nach 65 Minuten. Sieben Zusatzpunkte holte das Team bereits im Penaltyschießen. Einsame Ligaspitze. Da ist es auch egal, dass in Overtime bisher noch kein Tor gelungen ist. Denn im Duell 1:1 ist der Kraken derzeit kaum zu bezwingen.

Beispiel Ausfälle: dabei spielt das Team aus Seattle selten mit der vollen Kapelle. Irgendwer fehlt immer. Josh Brown hat es vor etwa einem Monat mit einer schwereren Verletzung erwischt. So bekam Nick Seeler wieder mehr Spielanteile und macht seinen Job als Betonmischer seither wunderbar. Ist sonst jemand angeschlagen, hilft Mitch Eliot wie gewohnt solide aus und an der Westküste fragt man sich, wie man diesen Jungen fast zum Nulltarif aus Winnipeg bekommen hat. Nach 10 erfolgreichen Spielen ging Topscorer Zach Hyman. Auch das stoppte den Kraken nicht. Der im Gegenzug erhaltene Mikael Backlund ist ein ganz anderer Spielertyp, scheint bisher aber genau das Puzzleteil zu sein, das dem Team noch gefehlt hat. Damon Severson ist seit er hier ist der Dreh- und Angelpunkt in der Verteidigung und wird von den Fans schwer gehypt. Bei konstanter Leistung hat er das Zeug zum Publikumsliebling.

21 Siege aus 30 Spielen, schon morgen gegen die Chicago Blackhawks will das Team die 100-Tore Marke knacken als nächsten Meilenstein in einer scheinbar surrealen Saison, die bisher alles kannte für den Kraken - außer Limits!
Seattle ist das Team der Stunde, ganz ohne einen GM.
Nicht zuletzt auch dadurch, dass auch wenn der Gegner besser ist wie gestern das Team aus Florida, der Kraken dennoch einen Punkt ergattern kann. Die 3:4-Niederlage wurde erst in der Overtime besiegelt.