• German Fantasy Hockey League
  • 12 45
    PHI PHI3
    DET DET6
    0 Likes
  • 13 51
    PHX PHX0
    CHA CHA0
    0 Likes
  • 15 57
    PHX PHX2
    CDI CDI5
    0 Likes
  • 17 61
    PHX PHX5
    CDI CDI6
    0 Likes
  • 19 65
    CDI CDI4
    PHX PHX6
    0 Likes

Flyers Class of 2026

2026-07-30

„Er ist größtenteils aufgegangen!“ waren die Worte von GM Chris nach dem GFHL Entry Draft 2026. Gemeint war der Draftplan der Franchise aus der Stadt der Brüderlichen Liebe. Ein wohl so guter Plan, dass noch während des Drafts eine Trade-Anfrage reinflatterte. Doch damit beschäftigten sich die Flyers nicht. Hier ist sie: die Flyers Class of 2026.

In der ersten Runde an Position 17 durften die Flyers das erste Mal an diesem Abend einen eigenen Pick vermelden. Ohne Liste, ohne Best Player Available: Verteidiger Ryan Lin ist der Top-Pick der Flyers 2026.

Ryan Lin gehört seit seinem ersten WHL?Jahr zu den stärksten Verteidigern der Liga und übernahm bereits mit 16 Jahren enorme Ryan LinVerantwortung. Er spielt viele Minuten gegen Top-Gegner, führt das Powerplay, killt Penalties und beeinflusst das Spiel in allen drei Zonen. Defensiv wirkt er schon wie ein NHL-Spieler: Er kombiniert hohe Mobilität, präzise Stockarbeit und körperliche Präsenz, um Angriffe konsequent zu stoppen. In der eigenen Zone schließt er Pass- und Schusswege schnell, kommuniziert ständig und gewinnt dank seiner starken Beinarbeit regelmäßig die Innenposition. Auch im Umschaltspiel überzeugt er, indem er Druck anzieht, Kontakt initiiert und dann mit cleveren Kurzpässen oder langen, präzisen Zuspielen die Offensive einleitet. Offensiv zeigt er gute Ansätze, verschiebt Strukturen, aktiviert häufig und spielt mutiger, auch wenn er noch nicht immer die beste Option findet. Sein dynamisches Skating und wachsendes Selbstvertrauen deuten darauf hin, dass er sich weiter steigern kann, auch wenn sein maximales Offensivpotenzial noch unklar bleibt.

Viele sehen in Lin einen zukünftigen Top-4-Verteidiger. Bei den Flyers war es vor dem Draft eine 50:50 Entscheidung, Lin zu picken. Als er an Position 17 noch zu haben war schlug man dann doch voller Überzeugung zu. Lin soll die Verteidigung der Flyers über Jahre hinweg anführen.

In Runde zwei an Position 59 zogen die Flyers noch einen Defender. Brek Liske wurde auserkoren – ein sehr solider Pick.

Brek LiskeBrek Liske überzeugte die gesamte Saison über mit außergewöhnlicher Vielseitigkeit und steigerte sich noch einmal, als er in den Playoffs mehr Verantwortung übernehmen musste. Er beherrscht viele verschiedene Fähigkeiten: Bei Scheibenrückeroberungen bleibt er ruhig, nimmt Kontakt an und löst Situationen kontrolliert. Defensiv arbeitet er hartnäckig, drängt Angreifer nach außen und bleibt stets eng am Gegenspieler. Mit Scheibenbesitz spielt er einfach, teamorientiert und unterstützt regelmäßig den Angriff, indem er die Zone komprimiert oder an der Bande Druck macht. Offensiv schafft er sich Chancen durch gutes Timing und aktives Nachrücken. Sein größtes Limit ist das Skating: Er ist smart, aber nicht explosiv genug, um sich konstant abzusetzen oder große defensive Reichweite abzudecken. Auf höherem Niveau bleibt seine Vielseitigkeit wertvoll, doch bessere Schlittschuhtechnik würde sein Spiel deutlich stärken. Insgesamt wird er eher als verlässlicher Allround?Verteidiger für die dritte Paarung eingeschätzt.

Nur vier Picks später, noch immer in Runde zwei, wurde der „Defender-Hattrick“ der Flyers in diesem Draft perfekt gemacht: Ethan MacKenzie wurde in die Organisation der Flyers aufgenommen.

Ethan MacKenzieEthan MacKenzie hat eine deutlich stärkere Entwicklung hingelegt, als man nach seiner letztjährigen Einstufung erwarten konnte. Er wurde zum Nummer?1?Verteidiger eines sehr starken Edmonton?Teams und spielte große Rollen in beiden Special Teams. Seine kompromisslose, aggressive Defensive – harte Checks, konsequentes Schließen von Räumen und permanentes Scanning – wird durch kraftvolles Skating getragen. Besonders wichtig war jedoch seine Verbesserung im Umgang mit der Scheibe: Sein Schuss ist gefährlicher geworden, und er manipuliert Gegner zunehmend, um bessere Pass- und Spielwege zu öffnen. Trotz dieser Fortschritte bleibt sein Spiel manchmal chaotisch, sowohl mit der Scheibe als auch in der Defensive, wo er gelegentlich überzieht. Für die GFHL braucht er noch mehr Präzision und körperliche Stärke. Dennoch gilt er inzwischen als potenzieller Steal, der sich trotz eines eher projektierten Nummer?5?Profils durchaus zu einem zweiten Paar, puckstarken Verteidiger entwickeln könnte.

In Runde drei an Position 81 wurde dann der erste Stürmer von den Flyers gepickt. Der schwedische Left Wing Malcom Gästrin entstammt der Jugend von MoDo und bringt ein sehr interessantes Profil mit sich.

Malcom GästrinMalcom Gästrin gehört zu den spannendsten europäischen Projekten im diesjährigen Draft, weil er bereits klare Anlagen zeigt und gleichzeitig noch viel Entwicklungsspielraum hat. In seinem Draftjahr machte er große Fortschritte, dominierte zunächst die schwedische U18?Liga und punktete nach seinem Sprung in die U20 mit 25 Zählern in 24 Spielen. Seine Offensive basiert vor allem auf starken Off?Puck?Instinkten im Slot sowie kreativen Spielzügen von der Bande, wo er schnell weiterleitet oder selbst Druck löst, um Passwege zu öffnen. Er bewegt sich ständig, timt Rebounds und Abfälscher gut und verwandelt Ballgewinne häufig direkt in Chancen. Körperlich ist er jedoch noch deutlich im Rückstand, was seine Konstanz und Durchsetzungsfähigkeit einschränkt, obwohl sein Skating in guten Momenten vielversprechend wirkt. Auch defensiv schwankt seine Arbeitsrate, mit starken Rückwärtsbewegungen, aber ebenso Phasen geringer Aufmerksamkeit. Als einer der jüngsten Spieler seines Jahrgangs bleibt er ein langfristiges Projekt, das sich in verschiedene Richtungen entwickeln kann. Wenn alles optimal verläuft, könnte er später ein Bottom?Six?Stürmer werden, der mit Forechecking und sekundärer Offensive zum GFHL?Kader beiträgt.

An Position 84 in Runde drei zog Philadelphia mit Juuso Ainasto einen Goalie.

Juuso AinastoDer junge Jokerit?U18?Torhüter Ainasto trat erst spät international in Erscheinung, beeindruckte dann aber sofort mit erstaunlich reifer Technik. Besonders seine Beweglichkeit sticht heraus: Er ist explosiv auf den Kufen und extrem sauber im Butterfly, wo er viel Netz abdeckt und Schüsse aktiv herausfordert. Seitliche Bewegungen gelingen ihm schnell und kontrolliert, inklusive rascher Rückkehr in die Ausgangsposition. Auch seine Hände sind stark platziert, er verfolgt Schüsse präzise und lenkt sie sauber weg. Dazu kommt ein ausgeprägter Wettbewerbsgeist, der sich sowohl in kämpferischen Saves als auch in provokanten Aktionen gegenüber Gegenspielern zeigt, ohne dass er in hektischen Spielen die Ruhe verliert. Schwächen bestehen noch in seiner Grundhaltung bei Screens, in der Abdeckung hoher Schüsse sowie gelegentlich im Überlesen von Spielsituationen und der Reboundkontrolle. Trotz dieser Punkte bringt er Athletik, Technik und Spielverständnis mit, die ihn langfristig zu einem GFHL?Tandem oder sogar Starter entwickeln könnten.

An Position 100, also dem ersten dreistelligen Pick des Abends, wurde Zach Wooten gezogen. Ein Spielertyp, wie man ihn in Philadelphia gerne hat.

Zach WootenZach Wooten zählt zu den interessantesten USHL?Overagern im diesjährigen Draft, weil er in seiner zweiten vollen Junior?Saison erstmals über einen Punkt pro Spiel erzielte. Sein Spiel lebt von einem unermüdlichen Motor: Er setzt Gegner mit Tempo und Intensität unter Druck, erzwingt Turnovers in allen drei Zonen und verteilt harte Checks. Aus diesen Drucksituationen heraus kann er selbst Offensivchancen kreieren, etwa durch seinen kraftvollen One?Timer und gutes Positions?Timing. In seinen besten Spielen ist er zudem ein dynamischer Rush?Spieler, der mit hoher Geschwindigkeit die Mitte attackiert und auch bei vollem Tempo Schüsse oder Täuschungen ansetzt. Allerdings ist er als doppelter Overager körperlich weiter entwickelt als viele seiner USHL?Gegner, was seine Dominanz relativiert. Der Wechsel nach Wisconsin bietet ihm nun ein ideales Umfeld, um sein Offensivspiel weiterzuentwickeln. Gelingt ihm dieser nächste Schritt, könnte Wooten sich zu einem GMHL?Scorer und möglicherweise zu einem GFHL?Checking?Forward entwickeln.

 

Der letzte Pick der Flyers an diesem Abend war Pick 175 mit Shawn Carrier.

Shawn CarrierShawn Carrier hat in dieser Saison einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, indem er seine Torproduktion mehr als verdoppelte. In Halifax bildete er ein wirkungsvolles Duo mit Oleg Kulebyakin. Sein Spiel prägt vor allem ein harter, kompromissloser Forecheck: Er drängt Gegner nach außen, setzt sie mit schnellen Annäherungen unter Druck und gewinnt Pucks durch beharrliche Zweit- und Drittschancen. Mit schnellen Händen sucht er anschließend den Weg zum Tor oder findet Mitspieler im Slot. Seine Geschwindigkeit, Stärke und Forechecking?Qualitäten lassen ihn gut in das Profil eines zukünftigen Profispielers passen. Für eine NHL?Perspektive muss er jedoch sein Offensivspiel weiterentwickeln, insbesondere Rush?Gefahr und Playmaking. Zusätzliche physische Feinheiten wie Reverse Hits oder besseres Kontaktmanagement würden ihm ebenfalls helfen. Ab 2027–28 wird er an der Boston University spielen und hat dort ein weiteres Entwicklungsjahr vor sich.

 

Drei Verteidiger, drei Stürmer, ein Goalie: in Philadelphia ist man mit dem Ergebnis des Drafts 2026 zufrieden. Ob der Draftplan allerdings aufgehen wird wird sich erst in den nächsten 3-4 Jahren zeigen. Bis dahin sind hoffentlich schon die nächsten jungen Flyers gepickt und andere auf dem Weg in die GFHL.

Für eine neue Ära in Orange.