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Bryan Little veredelt Jets-Offensive!

2020-12-01

Winnipeg. Es ist früher Abend, als Jets-GM Toby nochmal ins Büro kommt. Eher weil ihn das flackernde Licht des Anrufbeantworters nervt denn aus wirklichem Interesse hört er die Botschaft ab. Sie kommt vom Spieleragenten von Bryan Little. Vom Salary-Cap geplagten Toronto aufgrund seines letzten Vertragsjahres nach Pittsburgh getradet, hat er dort weder eine gute Perspektive, als Führungsspieler in den ersten Reihen viel Eiszeit und Scorerpunkte zu sammeln noch bei den ebenfalls im Umbruch befindlichen Pens sportlich Großes zu erreichen.

Es drohte ein verlorenes Jahr für den 33-jährigen Stürmer, der in seinem letzten Vertragsjahr nachhaltig Eindruck hinterlassen will. Der Anruf in Winnipeg daher logische Konsequenz. Den Jets ist es gelungen, trotz interessanter Investitionen und einem ohnehin starken Kader noch ca 9 Mio. CapSpace einzubehalten. Der Vertrag für Little könnte also bezahlt werden. Zudem sind die Jets auch ohne Bryan Little ein Team, mit dem man in der Western Conference rechnen muss. Zwar droht sich das Cup-Fenster jedes Jahr erneut zu schließen, doch auch in diesem Jahr steht ein gutes Team in Manitoba bereit. Ein Spieler wie Little hilft diesem starken Team dennoch weiter und so entschied sich GM Toby, zurück zu rufen und Pens-GM Stephan eine Mail zu schreiben.

Auch in Pittsburgh ist das GM-Büro noch besetzt. GM Stephan bastelt am Kader der Zukunft für die Stahlstädter und interessiert sich vor allem für Picks - und dafür, Little von der Payroll zu bekommen, der aus seiner Situation in Pittsburgh von Anfang an keinen Hehl gemacht hat. Nach etwa 15 Minuten Verhandlungsphase entschieden die Manager, dass die Pittsburgh Penguins ihren 4th Rounder von 2022 zurück bekommen im Austausch für Little.

Für die Gegenwart ein Steal für die Jets. Die Pens freuen sich über das eingesparte Gehalt, einen ordentlichen Pick in mittelferner Zukunft und vor allem darüber, einen unzufriedenen Top-Verdiener noch vor Beginn der PreSeason von der Payroll bekommen zu haben.
Bryan Little bedankte sich entsprechend: "GM Stephan hatte vollstes Verständnis für meine Situation und hat hoch professionell reagiert. Dafür gebührt ihm mein Dank. Ich wünsche dem jungen Team in Pittsburgh nur das Beste!"

Bryan Little gilt in Winnipeg jedoch als ein bevorzugter Antagonist. In Edmonton, Alberta geboren, sechs erfolgreiche Jahre bei den Minnesota Wild gespielt und die Franchise nachdrücklich geprägt, dazu vier Jahre im Dress der Toronto Maple Leafs machten Little bisher eher zur Reizfigur für die Fans in Manitoba. "Hier wurde ich bisher am lautesten ausgebuht und nun bin ich Teil des Teams", grinst der 33-jährige, der bei den Jets mit der Rückennummer 18 auflaufen wird.

Natürlich möchte er in diesem Winter die Fans der Jets in Verzückung versetzen. Darauf hofft auch der GM: "Dieses Team ist noch stärker, als ich es mir erhofft habe." Die Erwartungen steigen nun natürlich enorm, gerade im eishockeyverrückten Manitoba. Die Gedanken an den Cup sind allgegenwärtig. Nahezu überall in der Provinz. Für Head Coach Paul Maurice wird es eine Herkules-Aufgabe werden, insbesondere auch gerade diesen Druck entsprechend zu kanalisieren und in sportliche Höchstleistungen umzuwandeln.