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Die Nach-Halbzeit-Bilanz

2019-01-13

Etwas mehr als die Hälfte ihres Programms haben die Capitals absolviert. In den Standings sind sie da anzutreffen wo man sie vor der Saison auch erwartet hat - am unteren Tabellenende. Insofern weder Überraschung noch Enttäuschung - aber wenn man etwas genauer hinschaut, erkennt der Kenner schnell, dass da etwas ganz Grosses im Anmarsch ist.

Vor der Saison gab GM Alig die Richtung vor. Noch einmal "Aushalten" und dann ab nächster Saison die Playoff anstreben mit dem Ziel den Cup in den nächsten Jahren in die Hauptstadt zu holen.

Was als Appell an die Fans galt, dem Team nochmal eine Saison Zeit zu geben, das entpuppt sich nun zum Gegenteil. Denn auch wenn die Spiele mehrheitlich verloren gehen - was die Fans zu sehen kriegen lässt sie von grossem Träumen.

Boeser, Jost und Keller pushen sich in der Rookie-Scoring-Liste und nehmen zur Mitte der Saison die ersten drei Plätze in der begehrten Liste ein - und dies nicht zu knapp. Mit je einem Punkte-Pro-Spiel-Schnitt von 1.0 oder mehr dominieren sie die Jungspunt-Klasse nach Belieben. Mit DeBrincat auf Platz 6 und Aston-Reese auf Platz 8 stellen die Capitals 5 der Top-8-Skorer in der Rookie-Kategorie.

Da lässt sich schnell erkennen, dass nach der bereits seit ein zwei Jahren grossartig aufgestellten Defense nun auch die Offense langsam aber sicher Formen annimmt - und es sind ja noch nicht mal alle im Kader, die die Zukunft der Capitals prägen sollen. 

Ebenfalls auf gutem Weg aber noch nicht ganz soweit ist man auf der Torhüterposition. Mit Campbell und Delia verfügt man bereits über zwei Torhüter die eine sehr gute Rolle als Backup spielen können. Eine Nr. 1 fehlt noch - da wartet die Franchise gespannt auf Carter Hart - den wohl besten aktuellen Torhüter-Prospect.

Bis Hart jedoch soweit ist, werden sich die Capitals wohl anderweitig umsehen müssen. "Da werden wir das nächste Jahr auf dem UFA-Markt mal schauen, wer sich so nach einem neuen Job umsieht. Denn eines ist klar - nächstes Jahr wollen wir unseren Fans dann wirklich Playoffs bieten".

Der "Rebuild in Extremis" scheint bei den Capitals nun also definitiv abgeschlossen, auch wenn dieses Jahr nochmals zwei First-Round-Picks zur Verfügung stehen.

"Drei volle Jahre unserer Geschichte hat dieser Rebuild in Anspruch genommen. Noch im Sommer 2016 lag die Franchise am Boden. Kein Erfolg - kein Geld und Auflagen der Ligaleitung. Nebst einem talentierten Spielerpool verfügen wir nun auch wieder über halbvolle Kassen, was uns das Wirken natürlich erheblich erleichtert."