Thank you Jets!
2016-05-27Winnipeg. Die Entäuschung stand Spielern und Verantwortlichen der Jets ins Gesicht geschrieben, als man nach Spiel 6 im Conference-Finale dem Gegner aus Arizona die Hand schüttelte und ihm anschließend neben dem Clarence S. Campbell Bowl auch die Finalspiele um den Stanley Cup überlassen musste. Erst eine gute Woche später wollte GM Toby sich zu der abgelaufenen Saison äußern. Sein Fazit ist positiv. "Wir haben den Menschen in Manitoba eine wirklich gute Saison mit mitreißenden Spielen und erfolgreichem Sport geboten. Unser Dank gebührt unseren großartigen Fans, den vielen fleißigen Helfern hinter den Kulissen und natürlich unseren aufopferungsvoll kämpfenden Spielern", lenkte der GM den Fokus vorwiegend auf die positiven Dinge. Erstmals seit der Rückkehr nach Winnipeg sahen die Fans der Jets ihr Team in den GFHL-Playoffs. Die Franchise insgesamt, die vor fünf Jahren aus Atlanta in die kanadische Provinz zog, feierte nach acht Jahren Durststrecke wieder die Teilnahme an der Meisterrunde. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten, auch wenn es nicht zum ganz großen Titelgewinn gereicht hat", zog der GM der Jets Bilanz. Lobende Worte an den Gegner aus dem Wüstenstaat gab es auch: "Wir gratulieren den Coyotes zu einer großartigen Leistung und zum Gewinn des Campbell Bowls. Es waren enge, mitreißende Spiele. Unser Team hat alles gegeben, aber Arizona war einen Tick besser diese Saison." Zwei Wünsche hatte der GM der Jets allerdings noch. Die Yotes mögen den Stanley Cup nach Arizona holen und man möchte Revanche, am besten schon in der kommenden Saison.
Das Team trug schon deutlich die Handschrift des GM's und Headcoach Mike Babcock. Trotz eines "guten Grundgerüsts", wie es GM Toby bei seinem Amtsantritt Ende der Regular Saison 14/15 bezeichnete, tauschte er fast zwei Dutzend Spieler aus Pro- und Farmteam aus und setzte mit Mike Babcock und Paul MacLean auch auf ein neues Trainergespann. Mit Erfolg. Das junge Team der Manitoba Moose etablierte sich im Spitzenfeld und erreichte souverän die Playoffs in der AHL. Die Jets selbst starteten gut, hatten Mitte der Saison ein größeres Formtief, um dann aber zum Ende der Regular Season noch den Schalter umzulegen und in den Playoffs bis ins Conference-Finale vorzudringen. Dort lag dann das bessere Ende bei den Coyotes um die Torgaranten Anze Kopitar und Filip Forsberg, deren Tordrang in dieser Serie nicht in den Griff zu kriegen war.
Während man den Coyotes nun die Daumen für die Finalserie gegen die Detroit Red Wings drückt, wird im Hintergrund allerdings schon an der Mannschaft des kommenden Jahres gebastelt. Gleich 8 RFA-Verträge des Pro Rosters laufen aus, darunter die der Leistungsträger Marcus Johansson, Michael Stone, Sidney Crosby sowie der beiden Goalies Michael Hutchinson und Braden Holtby! Alle Athleten haben eine gute Saison gespielt und werden ihre Bezüge deutlich erhöhen wollen. Der Vertrag von Winnipeg Native Patrick Sharp läuft ebenfalls aus. Er wird auf dem UFA-Markt vermutlich nicht noch einmal nach Winnipeg zu lotsen sein, wenn die zahlungskräftige Konkurrenz auf den Plan tritt. "Wir haben bereits mit Patrick gesprochen. Er kennt die Cap-Situation und deshalb gehen beide Seiten davon aus, dass er kommendes Jahr nicht für die Jets spielt. Wir halten allerdings weiterhin Kontakt. Denn Patrick hat sich diese Saison hier sehr wohl gefühlt", kommentiert der GM der Jets die Situation.
Dann ist da noch der Status des Franchise-Players. Das dieser Status in Winnipeg erstmals seit der Rückkehr in diesem Sommer wieder vergeben wird, wurde von den Fans begrüßt. Umfragen zufolge werden Wunderkind Sidney Crosby und Goalie Braden Holtby diesen Status unter sich ausmachen.
Spannend ist auch die Frage nach dem neuen Gesicht der Mannschaft. Die Verteidiger Willie Mitchell und Eric Brewer werden den Club verlassen. Brewer hat sein Karriereende verkündet und wird wie geplant ins Scouting Team der Jets rücken. Mitchell war von vorn herein nur bis zum Saisonende geplant. Er wird wie Patrick Sharp in der UFA-Phase seinen Marktwert testen.
"Wir werden auf dem UFA-Markt keine großen Sprünge machen können. Aber dafür werden wir kommende Saison eine junge, starke Mannschaft ins Rennen schicken", ist sich der GM sicher, das Kunststück Playoffs auch im kommenden Jahr auf die Fahnen schreiben zu können. Neu unter Vertrag stehen mit Andreas Martinsen und Markus Eisenschmid zwei junge Spieler, die zuletzt in Deutschland für Furore sorgten und sich nun bei den Jets weiter entwickeln dürfen. Dasselbe Ziel haben der schwedische Left Wing Malte Stromwall und Winnipeg Native Jack Rodewald (RW). Während Stromwall, Rodelwald dem deutschen Center Eisenschmid zunächst nur eine Rolle bei den Moose zugetraut wird, könnte der norwegische Angreifer Martinsen in den Kampf um einen Platz im Pro Kader eingreifen.
Darauf hoffen auch die Draftpicks Nick Ritchie, Ryan MacInnis, Andreas Englund, Oliver Kylington und Warren Foegele. Wobei Kylington auch noch ein Jahr im Juniorenbereich spielen könnte. Schwieriger ist die Situation für die Draftpicks Jonas Johansson und Tyler Vesel. "Mit Tyler und Jonas stehen wir noch in Gesprächen. Die Entwicklung der Spieler steht hierbei im Vordergrund. Wir müssen sehen, ob die Perspektive bei uns förderlicher für die Spieler ist oder ob sie in Europa nicht noch besseres Entwicklungspotential haben. In diesen Gesprächsprozess sind beide Athleten eingebunden", informiert Toby über den Verhandlungsstand.
In Sachen Trades ist es bei den Jets aktuell recht ruhig. Aktuell ist das Transferfenster geschlossen, aber es ist durchaus möglich, dass vor dem Draft hier noch Bewegung reinkommt. Routinier Justin Williams hat die Erwartungen bei den Jets nicht erfüllen können und auch Back-Up Dustin Tokarski erlebte eine Horror-Saison. Beide gelten als heiße Kandidaten für einen Trade vor dem Draft.
Zum Draft selbst haben die Jets ihren Erstrunden-Pick an Position 27. Auch in den Runden 3 und 4 geht es entsprechend der Abschlusstabelle erst sehr spät ans Pult. In den Runden 5, 6 und 7 dürfen die Jets je zwei Mal ziehen. In Runde mit dem Pick der Ottawa Senators, in der 6. Runde mit den Picks der Anaheim Ducks und der New York Rangers, in Runde 7 kommt der Pick der Pittsburgh Penguins dazu. Das Scout-Team hat die letzten Wochen auf Hochtouren gearbeitet und ist bereit, den Jets ein paar interessante Verstärkungen an Land zu ziehen.
