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Ein Blick auf den Kader der Jets!

2026-09-09

Winnipeg. Die GFHL Saison steht vor der Tür. Kommende Woche startet die PreSeason und die Winnipeg Jets haben ihre Personalplanungen abgeschlossen. Der Kader steht: 22 Spieler sind auf der Payroll. Kostenpunkt: knapp über 74,32 Mio. $. Souverän über dem CapFloor, im Gesamtvergleich ist der Kader aber einer der preiswertesten. Fast 26 Mio. kann Jets-GM Toby noch in die Gehaltsstruktur des Teams investieren. Warum ist dies in der OffSeason nicht geschehen?

Weil es nicht notwendig oder realistisch war, meint der General Manager. Bei Kucherov und Scheifele wurdenhohe Gebote abgegeben, doch andere Teams haben noch tiefer in die Tasche gegriffen.
Leer sind die Jets am UFA-Markt dennoch nicht ausgegangen. Stay-at-home-Defender Dylan DeMelo kam für 1,5 Mio. zurück. Mit der Verlängerung von Ryan Nugent-Hopkins für 5,125 Mio. und der Neuverpflichtung von Jonathan Huberdeau für 5,0 Mio. wurden zwei erstklassige Spielmacher nach Winnipeg gelotst und mit Jonathan Toews kommt ein Bully-Spezialist, der seine letzte GFHL-Saison 1,875 Mio. erhalten wird. Später in der UFA-Phase waren für Grinder William Carrier noch 2,15 Mio. übrig.

Doch ist aus dieser Ansammlung starker Spieler auch eine erfolgreiche Mannschaft zu formen?
Schon in der vergangenen Saison lag die Last des Toreschießens vor allem auf Sidney Crosby, Pierre-Luc Dubois und Roope Hintz. Diese produzierten nach Kräften, erhielten aber erst zur Trading Deadline Entlastung, als eben Panarin und Kucherov zum Team stießen.
Ob ein Jonathan Huberdeau, der in San José zwar die Last des Toreschießens kennt, doch zuletzt im Dress der Sharks auch meist keinen wirklichen Support aus den anderen Reihen erhielt, direkt wieder zur Punktemaschine wird, muss der 33-jährige erst beweisen.
Weitere Offensivkräfte mit Scoring-Potential sind Routinier Brendan Gallagher und Connor Zary zwar vorhanden, doch waren sie zuletzt hinter den Erwartungen zurück geblieben.

Zudem sind die Buttom-Six mit Brayden Schenn, Cody Glass, Keegan Kolesar, Rookie Colton Dach und die Neuzugänge Will Carrier und Jonathan Toews eher für eine unangenehme Zeit für das gegnerische Team denn für ein Offensiv-Feuerwerk zusammen gestellt. Hier steht vermutlich eher im Fokus, dass der Gegner das eigene Spiel nicht zur Entfaltung bringt. 

Die Verteidigung spricht eine ähnliche Sprache. Sanheim spielt zwar einen passablen ersten Pass, ist aber kein klassischer Offensiv-Verteidiger. Matthew Robertson gilt als Spielmacher, ist aber in seiner ersten GFHL-Saison. Immerhin wird mit Logan Stanley ein sehr verlässlicher Stay-at-home an seiner Seite sein, so dass er sich voll auf seine offensiven Qualitäten konzentrieren darf. An Sanheims Seite wird mit Braden Schneider ein weiteres Defensiv-Ungetüm erwartet, der Norris Trophy Gewinner Sanheim die nötigen Freiheiten für die Abteilung Attacke geben soll. Morrissey und DeMelo sind aus vielen gemeinsamen Jahren eingespielt, die Rollen der beiden klar verteilt. Eine solides Paar für die zweite Formation. Eine Garantie für einen Sturmlauf ist diese Verteidigung jedoch auch nicht.

Im Tor stehen mit Logan Thompson und Joel Hofer zwei auf den Punkt topvorbereitete Goalies zur Verfügung, die das Rückgrat des Teams werden können und vielleicht müssen. Aktuell macht die Mannschaft den Eindruck, das große Teile des Spiels vor dem Kasten dieses Duos stattfinden könnten. Sämtliche Neuzugänge und das taktische System von Head Coach Paul Maurice müssten voll aufgehen, damit die Jets die offensive Dominanz ausstrahlen können, die man von diesem Team in diesem Jahrzehnt bislang gewohnt ist.

Wobei dies nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich ist. Eine stabile Defensive, in Kombination mit einer effizienten Offensive dürfte die Erfolgsformel der Jets in der Saison 2026/27 sein. Sollte dies so nicht funktionieren, scheitern Transferbemühungen zumindest nicht an teuren Verträgen.

In einer deutlich erstarkten Central Division haben sich die Minnesota Wild auf dem Papier für einen Großangriff auf den Divisiontitel gerüstet. Mit Colorado, Chicago, St. Louis, Dallas und Winnipeg kämpfen zudem fünf Teams um zwei bis vier Playoff-Plätze und die Teams aus Utah und Nashville werden sich sicher nicht freiwillig im Süden der Tabelle einordnen.

Grundsätzlich ist den Jets zuzutrauen, trotz des günstigen Kaders eine gute Rolle zu spielen. Erfolgsgarantien jedoch sind meist ein elitär zusammengestelltes Team und ein Cap an der Obergrenze. Beides ist dieses Jahr in Winnipeg Fehlanzeige. Schlimmstenfalls droht eine Saison ohne Playoffs. Dieses seltene Phänomen erfuhren die Winnipeg Jets zuletzt in der Saison 2018/19, als das Team das einzige Mal in den letzten elf Jahren die Endrunde verpasste.

Ab Ende September wird sich rausstellen, wie viel Qualität vorhanden sind. Bei guten Verlauf sind die Jets ein Kandidat für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und wollen beweisen: gut und günstig ist möglich.